Behandlungsmethoden Naturheilverfahren und Homöopathie

Schlüsselblume – die "Frühlingsbotin"

 

Die bei alt und Jung als Frühlingsboten beliebten Schlüsselblumen leuchten schon hie und da im frischen Frühlingsgrün.

Die Schlüsselblume aus der Familie der Primelgewächse blüht von März bis Mai an eher trockenen Stellen, v. a in ungedüngten Wiesen und an Böschungen, aber auch in lichten Laubwäldern, bis in Höhen von 2000 m hinauf und zeigt – je nach Standort -  sehr unterschiedliche Erscheinungsformen. Sie bildet eine ausdauernde Grundrosette aus eiförmigen bis länglichen, leicht gekräuselten und behaarten Blättern. Auf den (meist) langen Stängeln sitzen doldige, an den Enden sonnen- bis goldgelb leuchtende Blüten.

Lateinisch heißt die Schlüsselblume Primula veris, was so viel wie „die Erste des Frühlings“ bedeutet. Im Volksmund trägt sie auch die Namen Himmelsschlüssel, Petriblume, Marienschlüssel oder Gichtblume, auf englisch heißt sie primrose. Die echte Schlüsselblume trägt ihren Namen zurecht: die Blüten haben nämlich die Form eines alten Hohlschlüssels. Die Schlüsselblume soll den Schlüssel in die andere Welt in sich tragen, das Bewusstsein öffnen, der Seele das Tor zum Universum aufsperren.  Die „Schlüsselfunktion“ wurde später auf die Gottesmutter Maria übertragen; durch die Geburt Jesus soll das Tor zum Himmel aufgesperrt worden sein.

Schon die keltischen Druiden sammelten die Pflanze vor Neumond und brauten gemeinsam mit einigen anderen Kräutern ein Frühlingsgetränk, das besonders berauschende und heilende Eigenschaften gehabt haben soll. Die älteren Kräuterbücher beschreiben ein sehr breites Spektrum an Heilwirkungen: Gicht und Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen, Nervosität, zur Herzstärkung, gegen Kopfschmerzen uvm. Auch Kneipp schätzte die zierliche Pflanze: „Wer Anlagen zur Gliedersucht hat oder an diesen Gebrechen leidet, trinke längere Zeit hindurch Schlüsselblumentee. Die Schmerzen werden sich lösen und allmählich verschwinden.“

Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Schlüsselblumenblüte samt Kelch bis zu 8% Saponine, Flavone, ätherisches Öl, Enzyme, Glykosid (als Primulaverin und Primverin), Cyclamin, Vitamin C und Primulamampfer enthalten mit harnsäureausscheidender, auswurffördernder, hustenlösender und beruhigender Wirkung. Gerne werden Blüten und Wurzeln bei Katarrhen der oberen Atemwege, aber auch bei Überaktivität und Schlaflosigkeit verwendet. In der Homöopathie ist sie bei Migräne mit Bandgefühl um den Kopf („kann keinen Hut tragen) und bei Ekzemen einsetzbar. 

Aber Vorsicht: Die Schlüsselblume steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz und darf an Wildstandorten nicht gesammelt werden!

 

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