Efeu - der Kletterkünstler gegen Husten

Jedes Kind kennt den Efeu. In der Großstadt wie auf dem Dorf bedeckt er Mauern oder klettert an Bäumen hinauf. Kaum jemand allerdings weiß, dass Efeu heilende Wirkung hat, Schmerzen lindert und die Atemwege frei macht.

Efeu, Hederera helix (lat. winden, herumdrehen), gehört zur Familie der „Kraftwurzelgewächse“ und kann mehr als 200 Jahre alt werden. Zunächst kriechen die jungen Triebe mit typischen fünflappigen Blättern durch feuchte, schattige Gründe und bedecken manchmal größere Flächen. Die Blätter sind lederartig, zäh und überdauern den Winter. Erst wenn der Efeu auf ein Hindernis stösst, z. B. Bäume, Zäune oder Mauern, wächst er nach oben zum Licht, indem er mit Haftwurzeln an der Unterlage hinauf klettert.

Ab einem Alter von etwa 20 Jahren vollzieht sich eine Wandlung: die Seitentriebe verzweigen sich und streben weg vom stützenden Stamm, die Blätter werden rundlich und die Pflanze beginnt, ohne weiteren Halt weiter zu wachsen. Erst jetzt bildet die Pflanze auch Blüten und Früchte aus.

Die Efeublüte beginnt Mitte September und reicht bis in den Dezember. Das ist ein Summen und Schwirren, alles, was sechs Beine hat, kommt jetzt an diese unauffälligen kugeligen Blütenstände, um letzten Nektar zu schlürfen. Über den Winter entwickeln sich dann langsam dunkle, beerenartige Früchte, die für den Menschen giftig (!) sind, für viele Vögel aber Nahrung bieten und so für die Vermehrung der Pflanze sorgen.

Das deutsche Wort „Efeu“ geht wahrscheinlich auf einen alten altsächsischen Wortstamm ebah zurück, was so viel wie „Kletterer“ heißt. Typische Volksnamen sind Wintergrün, Baumtod, Eppich, Mauerewig, Totenranke, Adamsblätter, oder Baumtod, wobei der Efeu nicht auf Kosten des Baumes lebt.

 Im Altertum war diese immergrüne Pflanze Sinnbild der Treue und des ewigen Lebens, im alten Griechenland erhielt ein Brautpaar einen Efeuzweig als Symbol immerwährender Treue. In der Sage von Tristan und Isolde sollen sich die unglücklich Liebenden im Tod in Form zweier zusammenwachsender Efeupflanzen vereint haben. Mit Efeublättern wurde auch in der Andreasnacht orakelt: man warf zwei Efeublätter in eine Schale mit Wasser; waren die Blätter am nächsten Morgen zusammengetrieben, dann gab es noch im selben Jahr Hochzeit geben, sonst musste man noch länger warten.

Schon früh entdeckte man die medizinische Wirkung des Efeus. Bereits die Ärzte der Antike nutzten Efeublätter und Efeufrüchte als Schmerzmittel oder in Salben bei Verbrennungen. Auch als Hustenlöser war er beliebt und wird er noch heute benutzt. Zubereitungen aus Efeublättern lösen zähen Schleim, erleichtern das Abhusten, stillen krampfartigen Husten, besänftigen den Hustenreiz und hemmen die Entzündung der Bronchien. Für Kinder eignet sich allerdings Thymian besser!

Wegen seines ungewöhnlichen Jodgehalts kommt Efeu in der Homöopathie bei leichter Schilddrüsenunterfunktion zum Einsatz. Äußerlich als Umschlag angewendet entschlackt ein Extrakt aus Efeublättern das Gewebe bei Cellulite:

1 Glas voll Efeublätter klein schneiden und mit 150 ml Öl übergießen. Das verschlossene Glas im Wasserbad ca. 15 min. köcheln und abkühlen lassen. Danach 3 Tage an einem warmen und sonnigen Platz 1 bis 3 Tage stehen lassen. In eine dunkle Flasche abseihen, ev. noch mit 10 Trpf. Rosmarinöl „anreichern“.